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Gesund bleiben und alt werden!

01.12.2021

Gesund bleiben und alt werden!

 

 

 

Gesundheit wird von der Weltgesundheitsorganisation als „umfassendes geistiges, physisches und soziales Wohlbefinden“ definiert.

Gesund bleiben und alt werden. Wer will das nicht?

Diese Frage stellt sich spätestens dann ein, wenn man mit zunehmender Lebenserfahrung lernen muss, mit den Erscheinungen des Altwerden umzugehen. Auch immer mehr jüngere Menschen beschäftigt dieses Thema.  

Gesunde und ausgeglichene Ernährung sowie ein Mix aus Bewegung und Entspannung bedeuten für viele den idealen Grundstock, um möglichst viele Jahre aktiv und fit zu bleiben. Tatsächlich ist es so, dass die Zahl der Hundertjährigen in Deutschland rasant ansteigt. Eine demografische Studie zeigt: In Deutschland erreichen immer mehr Menschen ein hohes Alter https://www.welt.de/gesundheit/article112950259 . Forscher gehen davon aus, dass etwa die Hälfte aller heutzutage Neugeborenen 100 Jahre alt wird. Immer mehr Hundertjährige leben in Deutschland | MDR.DE Als Gründe werden genannt: Steigender Wohlstand, Medizinischer Fortschritt, Arbeitsbedingungen, Lebensweise, Soziale Fürsorge, Hygiene, Bildungsniveau.

Nun stellt sich aber auch bei der immer höher werdenden Lebenserwartung die Frage, was ich tue, um meinen Geist nicht einschlafen zu lassen. Dazu sind in fast allen Zeitungen und Zeitschriften genug Ratschläge nachzulesen, wie man das zustande bringen kann. Diese Tipps und Ratschläge möchte ich hier allerdings nicht wiederholen, ich möchte mich vielmehr mit den gewinnbringenden Faktoren einer Gemeinschaft oder eines Vereins auseinandersetzen, denn ein entscheidender Faktor der Zufriedenheit und Ausgeglichenheit (auch) im Alter ist der Sinn für Geselligkeit in einer Gemeinschaft. Auch dazu gibt es die verschiedensten Hypothesen. Eine interessante Studie ist mir bei den Recherchen zu diesem Thema aufgefallen. Es ist eine Studie, die sich mit der Großmutterhypothese beschäftigt. Eigentlich geht es bei dieser Hypothese darum, das Einsetzen der Menopause bei den Frauen zu erklären und was es damit auf sich hat, dass nach dem Einsetzen der Menopause die Frauen noch viele Jahre so aktiv sein können. Darüber will ich aber hier auch nicht schreiben. Vielmehr ist eine Erkenntnis aus dieser Studie interessant, die besagt, dass Omas, die sich häufig um ihre Enkel kümmern, länger körperlich fit bleiben. Psychologen um Ralph Hertwig, Direktor des Berliner Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung haben das untersucht. Sie fanden als erste Forscher heraus, dass neben der fürsorglichen Pflege der Großmütter um ihre Enkel auch das soziale Engagement mit längerer Lebenszeit zusammenhängt. Prädiktoren für großelternhafte Investitionsentscheidungen im heutigen Europa: Biologische Verwandtschaft und darüber hinaus (plos.org)

Und damit bin ich beim eigentlichen Thema meines Beitrags. Welche Aktivitäten führen dazu, dass ich körperlich und geistig fit bleibe, um möglichst lange am Leben in der Gesellschaft mitwirken zu können?

Da liegt es doch sehr nahe, dass ich Ihnen, liebe Hennickendorferinnen und Hennickendorfer, die positiven Wirkungen des Singens auf Körper und Geist einmal näher darlege.

Eine Untersuchung des Instituts für Musikpädagogik der Frankfurter Johann-Wolfgang-Goethe-Universität hat erstmals an Laiensängern nachgewiesen, dass der Körper beim Singen physiologische Reaktionen zeigt: Er produziert zusätzliche Immunstoffe.

Und man weiß auch, dass aktives Singen dazu führt, dass sich Sängerinnen und Sänger „deutlich besser fühlen.“ Man weiß schließlich, dass Musizieren in Gemeinschaft allgemein die Fähigkeiten als „soziales Wesen“ steigert. Alles zusammen bedeutet: Singen ist gesund – „mindestens ähnlich gesund wie Meditation, Laufen, leichter regelmäßiger Sport“, resümiert Dr. Kreutz, Privatdozent am Lehrstuhl des Professors Dr. Hans-Günther Bastian im gleichen Institut. Microsoft Word - März 2004.doc (mcschwerzenbach.ch)

Ich möchte den Bogen aber noch etwas weiter spannen und die Ereignisse, die uns zur Zeit beschäftigen, mit in diese Betrachtungen einbeziehen; wie und wozu uns ein aktives Vereinsleben inspirieren kann.

Wir leben in einer Welt des Wandels; so neu ist das Thema nicht (weiter unten etwas mehr dazu). Wir erleben nicht nur den Wandel des Klimas, wir erleben auch einen Wandel im Umgang miteinander.

Wurden in früheren Generationen Geizhälse an den Pranger gestellt oder weggesperrt, sagen wir heute: „Geiz ist geil“!

Haben in früheren Generationen die Kinder von den Erwachsenen gelernt, gehen heute Kinder auf die Straße und sagen den Erwachsenen, was sie falsch gemacht haben.

Pflegte man in früheren Generationen die Kunst des geselligen Umgangs und Gesprächs („l’art de vivre“), hören und sehen wir heute immer mehr Talkshows, in denen sich „auf Teufel komm raus“ gestritten wird. Und mehr noch, wir müssen uns heute immer mehr auch mit der Vereinsamung und das nicht nur in den älteren Generationen beschäftigen.

Haben in den vergangenen Generationen bis heute Vereine das Leben in den Städten und Dörfern entscheidend mitbestimmt, kämpfen

zum heutigen Zeitpunkt viele Vereine um das Überleben.

Jeder Verein hat seine Besonderheiten und setzt seine Schwerpunkte. Wir als Gesangsverein wollen neben der Pflege des Gemeinwohles etwas von der Schönheit und dem Klang der Musik nahebringen.

Ich lade sie ein zum „l’art de vivre“ und zum fröhlichen Gesang immer mittwochs ab 19.00 Uhr in der Aula der Grundschule. Alle die glauben, sie können nicht singen, denen sei gesagt, die menschliche Stimme ist mehr für das Singen als für das Sprechen geeignet. Versuchen sie es einfach und lassen sie uns gemeinsam singen, alt werden und dabei gesund bleiben.

In diesem Sinne wünscht der Volkschor allen Hennickendorfer Bürgerinnen und Bürgern eine Adventszeit, die ihrem Ursprung gerecht wird. Bereiten sie sich vor auf das Weihnachtsfest - und dann eine geruhsame und friedliche Weihnacht.

Bleiben Sie interessiert und bleiben Sie gesund.

Kurz bevor ich diesen Artikel zur Druckfreigabe versenden wollte, erhielt ich noch eine Nachricht, die mich persönlich sehr traurig gemacht und auch bei allen unseren Sängerinnen und Sängern Trauer und große Bestürzung ausgelöst hat. Frau Wolter, eine treue Anhängerin und ein immer gern gesehener Gast bei unseren Auftritten, hat uns für immer verlassen. Sie hat unsere Auftritte nicht nur besucht, sondern wir konnten uns auch immer auf ihre wohlwollende Berichterstattung verlassen. Wir werden Frau Wolter immer in guter Erinnerung behalten.

 

 

Da ich heute unter anderem über den Wandel, der unsere Zeit ausmacht, geschrieben habe, will ich am Ende meines Beitrages noch ein Gedicht von Friedrich von Schiller anfügen, in dem er sich bereits 1802 mit dem Wandel der Welt, der Schönheit der Musen und deren Wirkung beschäftigt hat.

 

 

 

 

Die Vier Weltalter

 

 

Wohl perlet im Glase der purpurne Wein,
Wohl glänzen die Augen der Gäste,
Es zeigt sich der Sänger, er tritt herein,
Zu dem Guten bringt er das Beste,
Denn ohne die Leier im himmlischen Saal
Ist die Freude gemein auch beim Nektarmahl.

Ihm gaben die Götter das reine Gemüt,
Wo die Welt sich, die ewige, spiegelt,
Er hat alles gesehn, was auf Erden geschieht,
Und was uns die Zukunft versiegelt,
Er saß in der Götter urältestem Rat
Und behorchte der Dinge geheimste Saat.

Er breitet es lustig und glänzend aus,
Das zusammengefaltete Leben,
Zum Tempel schmückt er das irdische Haus,
Ihm hat es die Muse gegeben,
Kein Dach ist so niedrig, keine Hütte so klein,
Er führt einen Himmel voll Götter hinein.

Und wie der erfindende Sohn des Zeus
Auf des Schildes einfachem Runde
Die Erde, das Meer und den Sternenkreis
Gebildet mit göttlicher Kunde,
So drückt er ein Bild des unendlichen All
In des Augenblicks flüchtig verrauschenden Schall.

Er kommt aus dem kindlichen Alter der Welt,
Wo die Völker sich jugendlich freuten,
Er hat sich, ein fröhlicher Wandrer, gesellt
Zu allen Geschlechtern und Zeiten.
Vier Menschenalter hat er gesehn
Und läßt sie am fünften vorübergehn.

Erst regierte Saturnus schlicht und gerecht,
Da war es heute wie morgen,
Da lebten die Hirten, ein harmlos Geschlecht,
Und brauchten für gar nichts zu sorgen,
Sie liebten und taten weiter nichts mehr,
Die Erde gab alles freiwillig her.

Drauf kam die Arbeit, der Kampf begann
Mit Ungeheuern und Drachen,
Und die Helden fingen, die Herrscher an,
Und den Mächtigen suchten die Schwachen,
Und der Streit zog in des Skamanders Feld,
Doch die Schönheit war immer der Gott der Welt.

Aus dem Kampf ging endlich der Sieg hervor,
Und der Kraft entblühte die Milde,
Da sangen die Musen im himmlischen Chor,
Da erhuben sich Göttergebilde!
Das Alter der göttlichen Phantasie,
Es ist verschwunden, es kehret nie.

Die Götter sanken vom Himmelsthron,
Es stürzten die herrlichen Säulen,
Und geboren wurde der Jungfrau Sohn,
Die Gebrechen der Erde zu heilen,
Verbannt ward der Sinne flüchtige Lust,
Und der Mensch griff denkend in seine Brust.

Und der eitle, der üppige Reiz entwich,
Der die frohe Jugendwelt zierte,
Der Mönch und die Nonne zergeißelten sich,
Und der eiserne Ritter turnierte.
Doch war das Leben auch finster und wild,
So blieb doch die Liebe lieblich und mild.

Und einen heiligen, keuschen Altar
Bewahrten sich stille die Musen,
Es lebte, was edel und sittlich war,
In der Frauen züchtigem Busen,
Die Flamme des Liedes entbrannte neu
An der schönen Minne und Liebestreu.

Drum soll auch ein ewiges zartes Band
Die Frauen, die Sänger umflechten,
Sie wirken und weben Hand in Hand
Den Gürtel des Schönen und Rechten.
Gesang und Liebe in schönem Verein,
Sie erhalten dem Leben den Jugendschein.

 

                                                                                                                              Fr. v. Schiller 1802     

 

Mehr über die genannten Studien und alle weiterführenden Literaturverweise finden sie auf unserer Website www.volkschor-hennickendorf.de, unter der Rubrik Nachrichten mit dem Titel „Alt werden und gesund bleiben“.

 

Heinz-Georg Rohrberg

           

 

PS: Auf Grund der aktuellen Coronasituation haben wir am 17.12.2021 im Vorstand beschlossen, das für den 5.12.2021 geplante Weihnachtskonzert abzusagen. Den Termin für das jährliche Singen und Musizieren am Wachtelturm mit dem Blasorchester wollen wir jedoch vorerst weiter aufrechterhalten. Es soll am 19.12.2021 um 16.00 Uhr stattfinden. Die dann bestehenden Vorschriften der Corona-Eindämmungsverordnung werden uns die Möglichkeiten und Maßnahmen vorgeben, unter denen wir diese Veranstaltung durchführen können.

 

Bild zur Meldung: Gesund bleiben und alt werden!